Tischtennis Aktuell

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Hier die Verlinkungen zu den zwei Ligen in denen wir 2020/2021 aufschlagen – so kann jeder sofort und laufend alle Infos über unsere Team-Aufstellungen, Ergebnisse, den aktuellen Tabellenstand  usw. bekommen…

 Tabellen der aktuellen Spielzeit 2020/2021  
 1. Mannschaft - Bezirksklasse
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 2. Mannschaft - 1. Kreisliga
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 Wir spielen und feiern ambitioniert. Trotz unseres Ehrgeizes am Tisch stehen Fairness und der Spaß am Spiel und am sportlich-geselligen Zusammensein klar im Vordergrund des Abteilungslebens.
Wir nehmen in der Saison 2020/2021 bei den Herren mit zwei Sechser-Mannschaften in der Bezirksklasse sowie in der 1. Kreisliga in der Verbandsrunde teil.
Wir würden zudem gern wieder eine Vierer-Mannschaft in der 3. Kreisklasse ins Rennen schicken wie zuletzt, wenn noch ein, zwei neue Mitglieder zu uns kämen. Interessierte oder Gastspieler sind in unserer kleinen TT-Sparte jederzeit herzlich willkommen.
Zur zusätzlichen Motivation: Unser Trainer Thomas Marschall steht als lizenzierte Fachkraft für niveauvolle Übungseinheiten und er ist in der Lage, die Akteure in fast jeder Alters- und Spielklasse noch ein Stückchen in Richtung Zenit voranzubringen. Mit anderen Worten: Unser Trainingsangebot an ausgewählten Freitagen richtet sich keineswegs nur an unsere Leistungsträger, sondern ganz im Sinne unserer sportlichen Gemeinschaft an sämtliche Mitglieder der Abteilung.

Wir freuen uns auf Euch!

 

 

 

 

Planung ist alles

 

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Dank Chef-Operator Daniel Trosch klappt´s im „Corona-Betrieb“ reibungslos

„Immer wieder sonntags kommt die Erinnerung“, trällerten mal Cindy & Bert in den 70ern landauf, landab. Wir haben den Song inzwischen für uns adoptiert – jeden Sonntag kommt mit der neuen „Schichteinteilung“ die Erinnerung an die kommende Trainingswoche. Mit schöner Regelmäßigkeit verschickt Daniel Trosch seit Monaten jeden sonntags seine Mail, aus der jeder ersehen kann, wer mit wem zwischen Montag und Freitag für die nächsten Trainingseinheiten eingeteilt ist. Insofern handelt es sich immer auch um eine Art „Überraschungs-Post“. Wobei unser Chef-Operator Daniel Trosch in jeden Wochenplan akribisch einarbeitet, wer vorher spezielle Termin-Wünsche äußerte, wer an bestimmten Tagen verhindert ist, wer welchen Tag und welche Uhrzeit bevorzugt oder wo unter Umständen ein längerer Nachhause-Weg und die Gefahren der Ausgangssperre zu berücksichtigen sind. Überdies gilt es bei der Planung zu beachten, dass nicht ständig dasselbe Duo miteinander am Tisch stehen und die einzelnen Paarungen ordentlich durchgemischt werden sollen, damit im Laufe der Zeit jeder mit jedem das Vergnügen hat. Zudem soll jeder aus der Gruppe wenigstens einmal pro Woche trainieren dürfen bzw. maximal zweimal pro Woche die TT-Kelle schwingen, damit alle im gerechten Rhythmus zum Zuge kommen. Eine Reihe von Details sind also bei der Organisation des wöchentlichen Trainingsbetriebs unter ständigen Corona- und Lockdown-Bedingungen zu beachten, was für unseren Operator einiges an Aufwand mit sich bringt.

Die Zeit ist demzufolge reif, unserem Daniel nach so vielen gelungenen und stimmigen Wochenplänen ein großes Dankeschön zuzurufen! Allerdings wird unser vormaliger, langjähriger Sparten-Chef das dicke Lob vermutlich sofort in aller Bescheidenheit abschwächen und mit dem relativierenden Hinweis bedenken, sein organisatorischer Part sei schließlich kein Hexenwerk. Das mag durchaus so sein. Trotzdem muss das Puzzle jede Woche von Neuem und zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk gelegt werden. Ob nach der personellen Konstellation eher leicht oder schwierig, muss dieser Plan stets rechtzeitig stehen und allen Beteiligten zugänglich gemacht werden. Dies ist elementare Voraussetzung, damit unter Pandemie-Bedingungen der Trainingsbetrieb funktionieren kann, wie wir ihn im Hygiene-Konzept niedergeschrieben haben und wie wir ihn nun bereits seit fast einem halben Jahr praktizieren.

Ein Fakt, der nicht nur von der individuellen Disziplin jedes einzelnen Teilnehmers an diesem sehr speziellem Format des Art TT-Trainings kündet, sondern gewissermaßen eine Botschaft von Seckbach an die gesamte Welt des Freizeit- und Breitensports aussendet: Seht her, was auch in diesen Zeiten sportlich möglich ist! Seht her, was geht, wenn das Konzept stimmt, die ausführenden Protagonisten achtsam damit umgehen und ein couragierter Vereins-Vorstand nicht ängstlich sämtliche Türen zusperrt, sondern das Machbare zulässt und möglich macht. Dass seit Anfang Dezember trotz Dauer-Lockdowns erwachsene Menschen über mehrere Monate hinweg in einer Sporthalle unfallfrei ihr „Minimal-Training“ an einem grünen Tisch pflegen durften, illustriert sehr praktisch und belegt, was mit „Mut zur Lücke“ an der sportlichen Basis alles möglich und denkbar ist – und allenthalben bei den sogenannten kontaktlosen Sportarten offiziell erlaubt sein könnte, ja bei etwas Vernunft, sportlichem Feingefühl und gutem Willen der Entscheidungsträger auf allen Ebenen erlaubt sein müsste.

Ein Hinweis, der uns sehr wichtig ist, weil wir uns ja als Teil der gesamten Sportfamilie begreifen und es uns durchaus nahegeht, dass der allergrößte Teil davon – selbstredend auch beim TV Seckbach – weiterhin zum sportlichen Nichtstun verurteilt ist. Eine Situation, die wir keinesfalls ausblenden oder vergessen, wenn wir unseren Trainings-Tisch aufbauen, das Netz spannen und die Schläger zur Hand nehmen. Im Gegenteil gehört beim Plausch zwischendurch, nach Satz- oder Match-Ende, der Blick auf die anderen Sparten und Abteilungen, die unter Beschränkungen, Verbote und amtlichen Behinderungen bitter leiden, zum kleinen Gedenken-Austausch während der Übungseinheiten wie selbstverständlich dazu. Wie schön wäre es, wenn unsere Halle wie eh und je wieder für sämtliche Vereinsmitglieder offenstehen könnte, wenn am Schießrain und überall dort, wo TVS-Mitglieder normalerweise ihren Bewegungs- und Ertüchtigungsdrang ausleben, wieder Normalität und sportlicher Alltag einkehren dürften. Dann wären auch wir Tischtennis-Spieler nicht länger auf minimale Zweier-Einheiten beschränkt, könnten an den Trainings-Abenden wieder vier Tische hinstellen, womöglich sogar wieder das gepflegte Doppelspiel kultivieren und wären nicht länger auf minutiöse Wochen-Trainingspläne angewiesen – ganz zu schweigen von der freien Zeit, die unser Chefplaner Daniel dann immer wieder sonntags für sich selbst und seine Familie zurückgewönne.

Andreas Müller

Mai 2021

 

 

 

Privilegiert am grünen Tisch

Tischtennis-Abteilung darf trotz Lockdown den kleinen „Dreischicht-Betrieb“ pflegen

Um es gleich vorab zu sagen: Ja, wir sind in diesen Zeiten privilegiert. Wir müssen uns so ähnlich wie Bundesliga-Profis vorkommen, die ihren Sport ungeachtet von Pandemie und Lockdown ausüben können. Wir tun es allerdings ohne Wettkampf, ohne TV-Kameras, Sponsoren-Logos, Werbe-Banden und Corona-Dauer-Tests. Wir dürfen schlicht und ergreifend weiter trainieren, ein bisschen jedenfalls, zeitlich und personell arg reduziert, dank eines überzeugenden Konzepts und in einer Sportart, deren grüne oder blaue Tische dank ihrer Abmaße dem „Mindestabstandsgebot“ geradezu auf den Leib getischlert sind.

Wir sind Tischtennisspieler, was können wir dafür?

Die Mitglieder anderer Sparten sollen wissen, dass wir sie um unser momentanes Privileg bedauern, dass wir dreimal die Woche in drei Schichten zu jeweils Zweien sehr demütig an die eine erlaubte Platte in der Halle gehen und die Schläger auspacken und es auch uns weit lieber wäre, der Sportbetrieb würde sich rasch normalisieren und unsere Sportstätte am besten schon morgen wieder sämtlichen Abteilungen sperrangelweit offenstehen wie in Zeiten, als Corona hierzulande ein Fremdwort gewesen oder allenfalls für eine Biersorte oder eine kleinere Menschengruppe stand, die gemeinsam irgendwo ins Grüne zog oder „mit der ganzen Corona“ bei jemandem zuhause als mehr oder weniger erfreulicher Besuch aufkreuzte. Wir wollen den anderen Mitgliedern gegenüber zugleich ehrlich sein und nichts verbergen: Ja, an jedem Montag-, Mittwoch- und Freitag-Abend dürfen wir trainieren, jeweils insgesamt drei Pärchen, sechs Leute maximal. Den minutiösen „Dienstplan“, in dem sich sogar unsere Oldies Gerd Emmel und Eduard Lasowski wiederfinden, fertigte jedes Wochenende Daniel Trosch aus diversen Termin-Wunschlisten. Mitunter musste kurzfristig unkompliziert getauscht werden, zum Beispiel anlässlich von Ausgangssperren.


Eine Lücke, vom Landessportbund Hessen offiziell zugelassen

Der Dreischicht-Betrieb im Zweier-Modus, wie wir ihn konzipierten, ist vom Landes-Sport-Bund offiziell zugelassen und verstößt nicht im Mindesten gegen die staatliche Lockdown-Verordnung. Und wir sind heilfroh, dass wir einen Vorstand haben, der uns diesen Sprung in die Lücke gestattet und uns die Hallentür dafür offenhält. Nicht zuletzt im Vertrauen darauf, dass sich alle TT-Männer stets akribisch an die Vorgaben des Hygiene-Konzepts halten. Ohne diese Art von Courage und Miteinander und Disziplin würde es nicht funktionieren. Doch so schön es ist, je nach dem wöchentlichen Überraschungs-Plan von Daniel hin und wieder mal mit dem einen, mal mit dem anderen Sportfreund ein reichliches Stündchen die Klingen kreuzen zu dürfen und Auge in Auge ein paar Worte zu wechseln sprich: dem sportlichen Lockdown regelmäßig eine kleine Auszeit abzutrotzen, dieser Genuss, obwohl uns viele darum beneiden, hält sich auf Dauer in Grenzen. Zu sehr leben unsere Trainingsabende unter normalen Verhältnissen von vier Tischen und dem Reiz des „mehrfachen Partnertauschs“ und natürlich des gemeinsamen Plauschs bei der anschließenden Erfrischung.

Comeback des Liga-Betriebs wie geplant im März?

Insofern kann und soll, was zuletzt stattfinden durfte, nur eine Notlösung sein – eine, die uns glücklich machte und um die uns so Viele beneidet haben werden, für die in ihren Abteilungen seit November leider überhaupt nichts mehr ging. Mit ihnen gemeinsam hoffen wir jetzt inständig, dass der Gesamtverein und wir in der TT-Abteilung alsbald wieder richtig und wie gewohnt loslegen können. Bis dahin bleibt die Gefühlslage auch bei uns eher gemischt, wenn wir auf die Planungen des Hessischen Tischtennis-Verbandes (HTTV) schauen.

Laut offiziellen Ankündigungen des HTTV ist vorgesehen, den Spielbetrieb im März wieder aufzunehmen und die „Saison der Einfachrunde“ 2020/21 mit dem zweiten Teil über die Bühne zu bringen. Was ohne die übliche Hin- und Rückrunde hieße, dass jedes der beiden TVS-Teams in der Bezirksklasse bzw. in der Kreisliga bis zum Saisonende noch vier, fünf Matches zu bestreiten hätte. Dieses überschaubare Pflichtspiel-Pensum sollte machbar sein. Notfalls kann die Runde über den üblichen Schluss im April hinaus ausnahmsweise einmal bis in den Juni oder Juli hinein gestreckt werden. Das wäre ein realistisches Szenario inklusive der üblichen Auf- und Abstiegsregeln. Entsprechend lautet die Stimmung „Vorfreude auf Kommendes“.       

 Andreas Müller

Februar 2021

 

 


Lasst uns mal über Bier reden!


Über frische Getränke und einen neuen Liga-Modus für „Corona“

Wie gut, dass wir im Training, kurz bevor der zweite Lockdown und die zweite Hallen-Schließung des Jahres über uns kamen, noch dieses Thema erörtert hatten. Selbstverständlich in der Kleingruppe und mit gebührendem Abstand zwischen den Gesprächspartnern, die zum Teil noch in Trikot und Sportschuh, zum Teil schon geduscht und in „Zivil“ die kleine Runde bildeten – und wie üblich nach vielen schweißtreibenden Ballwechseln ein ehrlich verdientes Fläschchen in der Hand hielten.

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Das erste „Binding“ schmeckt unter diesen Umständen immer noch ziemlich gut, ab dem zweiten wird es tendenziell zur mehr oder weniger quälenden Prozedur. Eine Erfahrung, die für uns als durchaus gut konsumierende Abteilung nicht neu ist, die wir aber noch nie so recht zum Ausdruck brachten und zur Diskussion stellten. An diesem Trainingsabend war es anders: Wir sprachen ausführlich und gründlicher als sonst über den beinahe obligatorischen Gerstensaft und vor allem darüber, ob wir diese Sorte noch bis in alle Ewigkeit aus dem Kühlschrank holen sollten – oder ob es nach so vielen Jahren nicht angeraten sei, einen Wechsel zu vollziehen und den Gaumen respektive den Bereich der Kehle nicht anderweitig kitzeln zu lassen.

Votum des halben Dutzends fiel eindeutig aus und darf als Stimme der gesamten Sparte gedeutet werden. Lasst uns mal über Bier reden!, so möchten wir den Entscheidern im Verein offiziell zurufen. Lasst uns herausfinden, auf welche neuen oder auch zusätzlichen Sorten wir demnächst abstellen könnten! Wir bräuchten, falls das im TVS mehrheitsfähig ist, unser „Binding“ vielleicht nicht komplett ächten. Doch wir könnten und sollten ein, zwei andere Varianten dazunehmen. Ein solches Vorhaben dürfte über unseren bewährten und kompetenten Lieferanten von der Firma „Getränke Rach“ in der Flinschstraße unproblematisch zu stemmen sein.

Es wird genügend Auswahl an Gerstensaft in einem gleichen oder sehr ähnlichen Preis-Segment geben, so viel lässt sich ohne eingehendere Recherchen bestimmt sicher vorhersagen. Apropos: Fast jedermann im kleineren „Stuhlkreis“ hatte sich spontan bereitgefunden, als ehrenamtlicher Tester an dem Projekt mitzuwirken, wenn es denn – etwa von Seiten des Vorstandes – gewünscht werde.

Gibt´s noch einen alten Brauerei-Vertrag?

Noch mehr sehr praktische Fragen stellten sich zu später Stunde ein: Sollte der Entscheidung über das frische Bierchen zunächst eine Probe-Phase vorgeschaltet sein? Das heißt, soll zunächst ein breiteres Sortiment in kleinen Mengen bestellt werden, um nach einigen Wochen der „Verkostung“ zu sehen, welche der Flaschen am ehesten ausgetrunken werden und welches unsere künftigen „Lieblinge“ sein werden? Oder sollte besser die abgekürzte Variante bevorzugt werden? Die Mitglieder jener Abteilungen, die dem Thema nahestehen, einigen sich auf ihre Favoriten, informieren den Spartenleiter, der wiederum den Vorstand ins Bild setzt, so dass anschließend mit sehr konkreten Vorschlägen bei „Rachs“ angeklopft werden kann.

Sollte es tatsächlich noch einen Alt-Vertrag des TVS mit „Henninger“ oder „Binding“ geben, müsste er inzwischen auf die „Radeberger Gruppe“ umgestellt worden sein. Das würde die Suche womöglich sogar erleichtern statt erschweren. Der Brauerei-Gigant hat sicher genug Flüssiges im Gepäck, auf das wir dann unkompliziert zurückgreifen könnten. Ist der Vertrag ausgelaufen und beendet und bestünde keine Bindung mehr, stünde der neuen Getränke-Freiheit erst recht nichts im Wege.

Der Wege zum durststillenden Ziel gäbe es viele. Wichtig ist uns TT-Spielern, dass endlich losgelaufen und die ersten Schritte getan werden. Gern auch mit unserer tatkräftigen Hilfe, wenn es um logistische Herausforderungen etwa bei der Anlieferung der Kisten gehen sollte. Auch diese Schlepperei wäre noch näher zu besprechen. Im Übrigen scheint uns gerade eine prächtige Zeit dafür, weil sportlich gerade nichts läuft und man unter diesen Umständen das „Sonstige“ einmal in den Vordergrund rücken darf. Kurzum Wenn Mitglieder ein „offizielles Bierchen“ aus dem Vereins-Kühlschrank holen und trinken und damit nicht zuletzt einen Beitrag für die Vereins-Finanzen leisten wollen, dann sollte es ihnen schmecken!

Relegation zum Bezirksliga-Aufstieg in Sichtweite

Im Übrigen gilt das ebenso für unsere Kontrahenten im Liga-Betrieb, die bei Sympathie nicht selten zum gemeinsamen Schluck eingeladen werden – selbstredend erst nach Ende der Partie. An solch harmonische Ausklänge eines sportlichen Wettkampfes ist gerade wieder nicht zu denken. Uns ergeht es wie dem gesamten Breiten- und Freizeitsport. Unser solidarisches Opfer im Kampf gegen das Corona-Virus sozusagen. Zwar ist ungewiss, ob die Hallen im Dezember wieder öffnen dürfen. Nägel mit Köpfen hat der Hessische Tischtennis-Verband immerhin schon für den Fortgang der Saison 2020/21 gemacht.

Wegen des Shutdowns im November und der Unmöglichkeit, die ausgefallenen Spiele allesamt nachzuholen, soll es diesmal im Ligabetrieb nur eine „Einfachrunde“ ohne Hin- und Rückspiele geben. Das heißt, anders als üblich werden mit jedem Team aus der Spielklasse nur einmal die Schläger gekreuzt. Was für unsere erste Mannschaft in der Bezirksklasse heißt, sie muss bis zum Saisonende nur noch vier Matches bestreiten. Nach bislang fünf Liga-Spielen und vier Siegen belegt das Sextett in der Aufstellung Matthias Heidenwag, Tayfun Karaca, Roman Ulbrich, Taylan Karaca, Achim Donner und Andreas Müller momentan den zweiten Platz. Eine Tabellen-Situation, die normalerweise zur Teilnahme an der Relegation zum Aufstieg in die Bezirksliga berechtigt. Nach dem neuen „Corona-Modus“ stehen die Chancen ziemlich gut, Platz zwei ins Ziel zu retten – immer vorausgesetzt, diese sehr spezielle Saison mit all ihren Unwägbarkeiten wird – anders als die vorige – tatsächlich über die Bühne gebracht.Erfreulich ist ebenso der „Pausenstand“ für die zweite Mannschaft in der Kreisliga in der Formation Roberto Fabian, Ivo Milic, Karsten Linke, Daniel Trosch, Patrick Adam, Wolfram Sauer und Stephan Friedrich. Vier Matches sind noch auszutragen und vier konnten ausgetragen werden. Mit bislang zwei Siegen und zwei Niederlagen belegt unsere „Zweite“ einen beachtlichen vierten Rang und kann dem Rest der Saison im Ringen um den Klassenerhalt relativ entspannt entgegensehen. Nicht zu vergessen unsere Oldies Gerd Emmel, Eduard Lasowski und Klaus Schade, die montags stets fleißig und ausdauernd am Bällchen sind – und ihre Trainingseinheiten anschließend regelmäßig wie zuverlässig beim Feierabend-Bierchen ausklingen ließen.

Andreas Müller

November 2020

 

 

Schwitzen zum wechselseitigen Vorteil

Die längere sommerliche Übungs-Serie kam auch unserem Trainer äußerst gelegen

Welch ein Genickschlag. Über Wochen, ja monatelang hatte Trainer Thomas Marschall Kids fürs Spielchen mit den kleinen Plastikbällen begeistert und die talentiertesten von ihnen auf die Mini-Meisterschaften im März vorbereitet. Genau einen Tag vorher hieß es, von Amts und wegen Corona: Nichts geht mehr. Das sehnsüchtig erwartete Turnier musste ausfallen. Bitter für die 14 Kinder. Noch bitterer für den 61-Jährigen, der seit 2004 als selbständiger Tischtennis-Trainer zwischen Hibbdebach und Dribbdebach unterwegs ist und seit fünf Jahren regelmäßig auch die TT-Spieler aus Seckbach ins Schwitzen bringt. „Die Zeit des Lockdowns war grausam“ fasst er die beiden Monate zwischen Mitte März und Mitte Mai knapp zusammen, als das Virus den kompletten Sportbetrieb inklusive Trainer und Übungsleiter lahmlegte.

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„Die Situation war ja völlig neu. Man wusste von dem Virus bis dahin gar nichts und gehörte als Trainer plötzlich zur besonders gefährdeten Gruppe. In die Halle gehen, angesteckt werden und tot sein? Nee, die Gesundheit hatte für mich Priorität 1“, berichtet der gelernte Bankkaufmann. Die Sondersituation ohne seine gewohnte Arbeit mit Nachwuchskadern, in den Sport-Vereinen und Arbeitsgemeinschaften der Schulen hatte er für sich wie einen persönlichen Schutz-Mechanismus interpretiert. Er blieb zuhause und behalf sich mit einer Finanz-Hilfe, wie sie für Solo-Selbständige aufgelegt worden sind. „Ich habe diese Pause für mich ziemlich locker genommen“, skizziert er seine Gefühlslage. „Was soll ich mich aufregen wegen einer Sache, an der ich sowieso nichts ändern kann?“

Mitte Mai witterte der Trainer beruflich Morgenluft, als die ersten Hygiene-Konzepte soweit reiften, dass - wie bei uns in der Seckbacher TT-Sparte – zumindest in Kleingruppen wieder die Kellen geschwungen werden durften. „Bis aber die Schulsporthallen wieder öffneten, ist es fast Ende Juni gewesen, nur paar Wochen vor den Sommerferien.“ Daher kam es Thomas Marschall umso gelegener, dass wir Seckbacher nach Ende des Lockdowns zügig Kontakt mit ihm aufnahmen und ihn außerdem gleich für eine relativ lange Trainings-Serie über knapp drei Monate hinweg verpflichtet haben. Seit dem 26. Juni und noch bis Anfang September geht es unter seiner fachkundigen Anleitung immer freitags zwischen 20.30 Uhr und 22.30 Uhr an den grünen Tischen engagiert zur Sache.

„Diese zehn Einheiten in Seckbach sind schon sehr wichtig für mich“

Damit gönnen wir uns nicht nur eine ordentliche Vorbereitung auf die Ende August beginnende Saison 2020/21, sondern leisten unserem Trainer – zum wechselseitigen Vorteil – wirtschaftliche Schützenhilfe. „Gerade in den Ferien ist ja auch in normalen Zeiten wenig los, weil die Schulsporthallen geschlossen sind. Da sind solche Einheiten im Sommer bei Vereinen mit eigener Halle ein wirtschaftlicher Segen für mich, erst recht in diesem Jahr“, gesteht unser ganz spezieller „Quälix“. „Diese zehn Einheiten in Seckbach sind schon sehr wichtig für mich. Wenn jetzt nicht wieder Trainingsmöglichkeiten für mich in Gang gekommen wäre, hätte ich vielleicht noch mal Solo-Hilfe beantragen müssen.“      

Um dem aus dem Wege zu gehen und den „Corona“-Engpass anderweitig abzufedern, hatte er sich als „Selfmade-Pädagoge“ in die diesjährige Ferien-Akademie des Schulamtes Rüsselsheim eingeklinkt und arbeitet in Hofheim/Taunus als Lehrer für Deutsch und Mathematik in den Klassenstufen Eins bis Drei. Eine Nebentätigkeit bis zum Beginn des neuen Schuljahres. Anschließend, blickt Thomas Marschall hoffnungsvoll voraus, sollte sich sein Trainer-Alltag wieder in den gewohnten Bahnen bei zehn bis 13 Trainings-Einheiten pro Woche für ihn einpendeln. „Ich denke, dass nach den Schulferien wieder alles normal laufen wird.“

In der neuen Saison nur noch zwei Teams im Liga-Betrieb

Ein Wunsch, der ebenfalls für den Liga-Betrieb in der Saison 2020/21 zutrifft. Die Klassen sind eingeteilt, die Spielpläne stehen. Sogar die bei uns in der TT-Sparte besonders beliebten Doppel gehören wieder wie selbstverständlich zum Modus. Leider werden wir nur noch mit zwei Teams in der Bezirksklasse sowie in der Kreisliga an den Start gehen. Mangels Personals wird es eine dritte Mannschaft in der dritten Kreisklasse nicht mehr geben.

Entsprechend rücken Wolfram Sauer und Stephan Friedrich in die zweite Mannschaft auf bzw. vor, die mit ihren „starken Fünf“ Roberto Fabian, Ivo Milic, Karsten Linke, Daniel Trosch und Patrick Adam in der Kreisliga eine nahezu uneinnehmbare Bastion darstellen kann – wenn, ja wenn stets in Bestbesetzung angetreten wird. Die erste Mannschaft wird wie immer in der jüngeren Vergangenheit in der Bezirksklasse aufschlagen und mit unseren bewährten Spitzenspielern Matthias Heidenwag, Roman Ulbrich und Tayfun Karaca sowie dessen Bruder Taylan Karaca und im hinteren Paarkreuz mit Achim Donner und Andreas Müller. Desgleichen ein sehr ordentliches, vielversprechendes Kaliber – wenn das Quartett der Besten im vorderen und mittleren Paarkreuz jedes Mal komplett ist.

Andreas Müller

August 2020

 

 

Zwitter-Naturell als Vorteil

 

Tischtennis als Indoor-Sport mit regelgerechtem Mindest-Abstand

 

Was sind wir einesteils traurig, nicht gemütlich dem Golfball hinterher zu spazieren oder
als Bogenschützen in den Fußstapfen von Robin Hood zu wandeln. Dann wäre und als Freiluftsportart der Wiesereinstieg ins geliebte freizeitliche Hobby leichtgemacht. Unter freiem Himmel wären wir praktisch die Ersten, die wieder hätten loslegen dürfen. Andernteils sind wir heilfroh, uns als Hobby nicht Ringen oder Judo oder andere der sogenannten Kontaktsportarten ausgesucht zu haben. Dann würden wir sicher ganz am Ende der von manchem „Nahrungskette“ genannten Reihenfolge des Zurück in den Vereinssportbetrieb stehen.

Als Tischtennisspieler dürfen wir uns, ähnlich den Badminton-Kollegen, im Kanon all der weiterverzweigten, vielfältigen sportlichen Bewegung im Lande gewissermaßen als Zwitterwesen verstehen. Zwar nicht unter freiem Himmel aktiv und eindeutig ein Indoor-Sport, doch über ein entscheidendes Merkmal verfügend: Unser Sport kommt ohne enge oder gar ganz direkte körperliche Berührungen aus! In Zeiten wie diesen ein enormer Vorteil des Hallensports. Ein Unterschied zu anderen Sparten und eine Differenzierung, die auch der Landessportbund Hessen freundlicherweise den Politikern im Lande an die Hand gab, um ihnen deutlich zu machen: Achtet im allgemeinen Sportbetrieb bitte auch auf die Feinheiten!

2,74 Meter Tischlänge als natürliche Corona-Barriere

Und umgekehrt nutzen auch wir TT-Freunde den Vorteil unseres 2,74 Meter langen grünen Tisches, um daraus fürs etwas schnellere Ende des sportlichen Lockdowns Kapital zu schlagen und klarzulegen: Der in diesen Zeiten so wichtige Mindest-Abstand gehört beim Tischtennis gewissermaßen zum Wesen, zur Natur der Sache. Worauf wir in Anlehnung an die am 7. Mai 2020 novellierte „Corona-Verordnung“ des Landes Hessen sowie im Gleichklang mit den Leitlinien des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) und den „Leitplanken“ des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) unser Konzept für eine zügige Wiederaufnahme des Trainings gründeten.

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Seitlich können wir den Abstand garantieren, indem wir nur wenige Tische aufstellen und sie durch Banden voneinander trennen. Was zur mathematisch logischen Konsequenz hat, dass aufgrund der eng begrenzten Tischzahl nur in Kleingruppen trainiert werden kann – zumal Doppel tabu sind und nur Einzel gespielt wird. Logisch ebenfalls, dass alle Teilnehme in Sportkleidung erscheinen, Händeschütteln und Abklatschen tabu sind, Umkleideräume und Duschen nicht genutzt werden. Zudem wird von jedem Sportler nur der eigene, markierte Ball benutzt, so dass gefährliche „Übergriffe“ vermeiden werden.

Gründliche Desinfektion und Lüftung inklusive

Nach jeder Trainingseinheit desinfizieren die Aktiven ihren Spieltisch und legen eine Pause ein, bevor das nächste Trainingspaar an den Tisch darf. Nach Trainingsende werden sämtliche Tische sowie die benutzten Schläger und Bälle desinfiziert. Zudem werden in der Halle all jene Elemente desinfiziert wie Türgriffe oder Lichtschalter, die zwangsläufig berührt werden mussten. Fenster und Türen der Halle sind zu öffnen, um nach Trainingsschluss für Durchzug und Lüftung zu sorgen.

So im Wesentlichen unser Konzept, das wir dem Vereinsvorstand unterbreitet haben. Ein paar Hinweise noch im Umgang mit der Risikogruppe „Ü 60“ und ergänzt, dass übliche Handlungen wie das Anhauchen des Balles oder Abwischen des Handschweißes am Tisch bitte unterlassen werden sollen, und schon haben wir den Eindruck: So könnte stimmig sein und funktionieren. So könnte der Trainingsbetrieb unterm Hallendach selbst in Corona-Zeiten angehen. Und siehe da: Mitte Mai bekamen wir das „grüne Licht“ vom Vorstand. Herrlich, Frühlings-Gefühle der anderen Art! Welch ein Glück für uns Tischtennis-Spieler, als „Zwitter-Wesen“ zu gelten!

Andreas Müller

Mai 2020

                                                                                                                  


Grüne Tische im Corona-Modus

Nicht das vorzeitige Ende des TT-Liga-Betriebes tat weh

Während fälschlicherweise Sport genannte kommerzielle Unternehmungen pausenlos ihre Szenarien für sogenannte Geisterspiele und zur Rettung ihrer Millionen-Etas in Zeiten von Corona ausrollten, zeigte der wahre Sport an der Basis umgehend und frühzeitig Größe. Praktisch parallel zur Bekanntgabe unseres Gesamtvereins, dass zur Eindämmung der Epidemie der Sportbetrieb beim TVS eingestellt werde, brachen der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) sowie seine Landesverbände, darunter der Hessische Tischtennis-Verband (HTTV), einsichtig, zügig und ohne viel Aufhebens den Liga-Betrieb von ganz unten bis hin zur Bundesliga ab. Wir erinnern uns noch blass: Es war Anfang März, als unsere drei Teams vom TVS sich letztmals zu ernsthaftem Wettkampf an die grünen Tische begaben. Seither ruht der Spiel- wie der Trainingsbetrieb und ohne blamable öffentliche Diskussionen wurde einerseits von Verbandsseite festgelegt und andererseits von den Betroffenen sportlich akzeptiert: Als Abschlusstabelle der Spielzeit 2019/2020 wird jene Moment-Aufnahme nach der zuletzt ausgetragenen Partie gewertet.


Womit unsere drei Seckbach-Teams umso leichter leben können, als sie allesamt weder in Auf- bzw. Abstiegsrangeleien verstrickt waren. Die erste Mannschaft als Vorzeige-Sextett in der Bezirksklasse beendete die Saison vier Spieltage vor Ultimo auf Rang vier, die zweite Mannschaft eine Etage tiefer in der Kreisliga ebenfalls vier Spieltage früher als gedacht auf Rang fünf. Genauso als Fünfter schloss unsere dritte Mannschaft in der dritten Kreisklasse ab, da sechs Spieltage vor dem eigentlichen Ende die „rote Corona-Ampel“ blinkte. Mit diesen Resultaten können alle drei Teams bestens leben, illustrieren sie doch, dass jedes von ihnen in der jeweiligen Liga bestens aufgehoben ist.


Hinter den Top 4 ein halbes Dutzend solide Nachrücker


Im Detail nutzte insbesondere Tayfun Karaca die abgelaufene Serie, um zu unseren Spitzenspielern Matthias Heidenwag und Roman Ulbrich aufzuschließen. Da sich zudem Taylan Karaca im mittleren Paarkreuz deutlich stabilisierte, verfügt die erste Mannschaft nun über ein Quartett, das den Klassenerhalt demnächst gewissermaßen im Alleingang zu gewährleisten vermag. Zumal hinter diesen Top 4 ein halbes Dutzend nahezu gleichstarker Akteure fähig ist, an Nummer 5 und 6 im hinteren Paarkreuz der ersten Mannschaft solide mitzuspielen. Ob also weiterhin Roberto Fabian und Patrick Adam diese beiden Positionen einnehmen wie bislang, wird das nächste Sparten-Meeting zeigen.


Sämtliche möglichen Nachrücker kommen logischerweise aus der zweiten Mannschaft, die in ihrer Stammformation mit Andreas Müller, Ivo Milic, Achim Donner, Karsten Linke, Daniel Trosch und Renato Lugarov vom vorderen Paarkreuz bis zum hinteren praktisch ohne Gefälle daherkommt. Eine seltene wie glückliche Konstellation. Ob solcher Qualität in der Breite war der Mittelfeld-Platz selbst nach vielen Ausfällen und reihenweise Matches mit zwei oder gar drei Ersatzleuten praktisch nie in Gefahr. Eine Situation, die jedoch nicht überstrapaziert werden sollte. Würden Stephan Friedrich, Wolfram Sauer und Torsten Schulz aus der dritten Mannschaft wie zuletzt als „Dauer Nachrücker“ für die Zweite gebraucht, hätte das für ihr angestammtes Team, die dritte Mannschaft nämlich mit unseren Oldies Gerd Emmel und Eduard Lasowski, womöglich fatale Folgen.


Gemeinsames Bierchen in virtueller Runde


Nicht das vorzeitige Ende der Pflichtspiele tat also weh, sondern die damit verbundenen Folgen. Allein bis Anfang Mai seit acht Wochen kein Trainings-Abend mehr. Wer weiß, wie lange die Pause noch währt? Eine Situation, in der jedermann (und beileibe nicht nur in der TT-Sparte) den Wert gemeinsamer Freizeit-Beschäftigung ganz neu und vielleicht erstmals in seiner ganzen physischen und psychischen Bedeutung ermessen lernt.

Wie haben kluge Leute lange vor Corona formuliert: Man schätzt etwas erst dann richtig, wenn es plötzlich fehlt. Oder so ähnlich. Diese Erfahrung machen derzeit vielleicht die allermeisten Vereinsmitglieder, wenn die geliebten Stunden mit den Sportkameraden reihenweise bei verschlossener Sporthallen-Tür dahingehen, wenn der vormals so selbstverständliche Termin im Wochenkalender nun ein- ums weitere Mal schweren Herzens durchkreuzt werden muss. Danach wird´s hoffentlich umso schöner! Bis dahin behilft sich die TT-Sparte ein bisschen mit moderner Technik. Mit Hilfe von Zoom-Einladungen trifft man sich vorm PC, prostet einander virtuell zu. Das Bier in der Halle nach schweißtreibendem Training freilich schmeckt ganz anders …

Andreas Müller

April 2020

 

 

Als „Atze“ überraschend zum Vize-Meister mutierte

 

Spiel, Spaß und Spannung: Alles bestens bei den TT-Vereinsmeisterschaften

Als Patrick Adam sah, in welche der vier Vorrunden-Gruppen er gelost wurde, verfinsterten sich seine Gesichtszüge ein wenig. Unter die beiden Ersten der Gruppe und damit in die Zwischenrunde zu kommen, sei ja nun äußerst unwahrscheinlich. Bestenfalls sei jetzt noch Platz 9 drin, brabbelte unser „Atze“ vor sich hin. Es kam deutlich anders für den Mann aus dem mittleren Paarkreuz unserer ersten Mannschaft, der aus familiären Gründen in der jüngeren Vergangenheit kaum zum Training fand, nur wenige Pflichtspiele bestritt und im Ranking der Abteilung bzw. bei den Leistungszahlen beinahe folgerichtig etwas abrutschte. Bei den Vereins-Meisterschaften jedoch zeigte Patrick, dass er von seinen alten Stärken, unter anderem guten Aufschlägen und einem präzisen Schuss aus der Hüfte Marke John Wayne, nichts eingebüßt hatte.

Wenngleich ihm in mancher Situation noch das gewohnte Ballgefühl abzugehen schien, sein gutes Händchen trug ihn als Gruppenersten durch die Vorrunde und als Zweiten durch seine Zwischenrunden-Gruppe. Im Halbfinale bezwang er dann höchst überraschend unseren Serien-Meister und Titelverteidiger Matthias Heidenwag.  Urplötzlich – das heißt genauer gesagt: nach rund fünf Stunden Turnierverlauf – stand „Atze“ im Endspiel und musste sich an diesem Tage lediglich Roman Ulbrich beugen. Platz zwei statt neun, damit hatte sich unser neuer Vize-Meister wohl selbst am meisten überrascht. Mit seinem Erfolg genau eine Woche vor dem Rückrundenstart hat unser „Atze“ hoffentlich reichlich Motivation und Selbstvertrauen für die anstehenden Aufgaben in der Bezirksklasse getankt, auch wenn es mit dem Trainieren bei ihm weiterhin etwas knapp und unregelmäßig bleiben sollte.

Insgesamt hatten sich zum Saison-Höhepunkt 18 Teilnehmer eingefunden und den Seckbacher Tischtennis-Meister im Einzel ausgespielt, darunter auch vier Aktive von unseren TT-Freunden von der SG Riederwald. Hinter Roman Ulbrich und Patrick Adam kamen Matthias Heidenwag und Tayfun Karaca auf dem dritten Platz ein, der selbst bei noch größeren und ganz großen TT-Turnieren traditionell nicht ausgespielt wird, so dass jeweils zwei Bronzemedaillen vergeben werden. Womit sich im Endklassement unsere vier angestammten Spitzenspieler aus der ersten Mannschaftdurchsetzten und keinen „Fremden“ etwa aus der zweiten Mannschaft oder von den Gästen in ihre Phalanx eindringen ließen. Spannend und hauchdünn und emotional ging es dennoch zu, schon allein dank der „Handicap-Vorgaben“, die sich an den Leistungszahlen orientierten und dank derer sich schwächere Spieler jeweils zu Satzbeginn über einen Punktevorsprung gegenüber dem Stärkeren freuen durften.

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 Unsere Besten: Vereinssmeister Roman Ulbrich mit Pokal
„Vize“ Patrik Adam (rechts daneben)
sowie die beiden Dritten: Matthias Heidenwag (Links außen und Tayfun Karaca (rechts außen)

 

Oldie Gerd Emmel mit Roman Ulbrich neue Doppel-Meister
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„Doppel 2020“

 

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Bei sechs Duos an drei Tischen waren Erholungspausen rar…


Mag die Zwischenüberschrift nahelegen, dass der Spartenälteste unseren Roman zum Doppel-Sieg geführt hat, so ist es ganz praktisch andersherum gewesen. Unser Spitzenspieler hatte durchaus den entscheidenden Part, wobei der Gesamterfolg ohne das hilfreiche Zutun unseres „Doyen“ unmöglich gewesen wäre. Was einerseits beweist: Doppel ist in jeder Konstellation und immer Teamarbeit. Und andererseits lehrt: Bei den Doppel-Vereinsmeisterschaften der TVS-TT-Spieler hat sich ein Modus seit Jahren immer aufs Neue bewährt. Die Hälfte mit den besten Spielern wird gesetzt, die andere Hälfte wird zugelost, so dass möglichst gleichstarke Paarungen und möglichst spannende und enge Spielchen zu erwarten stehen. Diesmal waren insgesamt 12 Teilnehmer dabei, was nach Adam Riese sechs Doppel bedeutete, die nach dem System „jeder gegen jeden“ den Vereinsmeister ermittelten.

Gerd Emmel, der die Lose zog, hatte dabei ein doppelt glückliches Händchen: Mit seinem Partner und seiner Leistung am Tisch. Das Duo blieb ungeschlagen und setzte sich mit 5:0 Siegen gegen Achim Donner/Patrick Adam (4:1 Siege) und Roberto Fabian/Andreas Müller (3:2 Siege) durch. Es folgten Taylan Karaca/Wolfram Sauer, Matthias Heidenwag/Stefan Friedrich und Tayfun Karaca/Eduard Lasowski. Viele Matches gingen über fünf Sätze, die zudem meist denkbar knapp und eng waren, so dass sich die Doppel-Meisterschaften einmal mehr als wahre „Wundertüte“ entpuppten, die gut und gern auch komplett andere Ergebnisse hätte hervorzaubern können. Sehr zum Vergnügen aller Mitwirkenden übrigens, die sich jedes Jahr über neue Konstellationen, neue Sieger und Platzierte freuen und genau dies als sportlich besonders reizvoll und spartenklimatisch wertvoll empfinden.

Und so, wie Vereinsmeisterschaften – zumindest bei uns – stets auch dem kameradschaftlichen Miteinander verpflichtet sind, gehört zum guten Ende natürlich der gesellige Teil zum Prozedere wie die würdige Siegerehrung. Ein Dutzend aller Teilnehmer hatte sich zur abendlichen Kür in der Gaststätte „Wolffhardt“ eingefunden. Und was ließe sich über diesen abschließenden Part sagen als: Ein besseres Lokal hätten wir für diesen Zweck wieder einmal nicht finden können. Danke, grazie und kwala der ganzen Mannschaft!

Andreas Müller

Januar 2020          

 

 

 

Richtig vermutet, falsch gehofft


Nach einem herben sportlichen Verlust wird in der TT-Sparte weiter zusammengerückt


Unser Oldie Eduard Lasowski, der mit Tobias Cremer seit längerem den Tischtennis-Nachwuchs der Abteilung betreute, hatte es bereits in diesem Frühjahr geahnt: Sein jüngerer Sportfreund habe wohl wieder Gefallen am höher-klassigen Ligabetrieb. Er werde sich wohl, in der dritten Kreisklasse völlig unterfordert, ab der neuen Saison 2019/2020 von seiner „Ruhe-Position“ in unserer dritten Mannschaft aus weiter nach oben orientieren wollen und habe wahrscheinlich große Lust, wieder ernsthafter anzugreifen. Bei der Spartensitzung Ende April wurden derlei Erwartungen herb enttäuscht. Er wolle weiterhin lediglich für unsere „Dritte“ aufschlagen, mehr Zeit bliebe ihm leider nicht, so das letzte öffentliche Wort unseres Sportfreundes Tobi vor versammelter Truppe.

Und doch lag unser mit viel Menschenkenntnis ausgestatteter Routinier „Ede“ keineswegs falsch mit seiner Vermutung. Unser bisheriger Nachwuchstrainier eilt nur nicht wie sehnlichst erhofft in der ersten oder zweiten Mannschaft in Seckbach von Sieg zu Sieg, wo ihn selbstredend sämtliche Türen offenstanden. Stattdessen wechselte Tobi Cremer überraschend zu einem anderen Verein hinüber über den Main-Fluss. In den Reihen der TSG Oberrad hatte er bis Mitte November bereits ein Dutzend Liga-Spiele in drei verschiedenen Teams bestritten, Pokal-Einsätze noch nicht mal eingerechnet. Ein schönes Pensum binnen zwei Monaten, das bei manchem für eine ganze Saison genügte. Bei den Seckbacher TT-Spielern rieb man sich darob verwundert die Augen – und kam zum Schluss, sich über die wiedergewonnene Spielfreude des verlorenen Leistungsträgers einfach nur zu freuen. Solle er sie ausleben, wo immer es ihm behagt. Nähere Erklärungen braucht es nicht mehr.

Und so muss nach diesem herben sportlichen Verlust die kleine TT-Gemeinschaft einmal mehr noch enger zusammenrücken. Vor allem die zweite Mannschaft in der Kreisliga war bislang stets auf Ersatzkräfte angewiesen, um überhaupt in Teamstärke antreten zu können. Die Partie zu Saisonbeginn in Ginnheim musste wegen Personalnot sogar abgesagt werden. Anschließend ging es über drei Aushilfen, zwei und schließlich nur noch eine sukzessive vorwärts. Mehr als zwei Pünktchen nach der halben Vorrunde und ein vorletzter Platz sprangen dabei für die potentiellen Stammkräfte Ivo Milic, Achim Donner, Karsten Linke, Andreas Müller, Daniel Trosch und Renato Lugarov nicht heraus. Die aktuelle Spielzeit wird für die Zweite kein Zuckerschlecken!

Flaggschiff unter vollen Segeln mit Aufstiegskurs

Weit besser erging es unserem Flaggschiff in der Bezirkslasse, das unter vollen Segeln in Richtung Aufstieg unterwegs ist. Mit unseren Spitzenspielern Roman Ulbrich, Matthias Heidenwag und dem bis dato im mittleren Paarkreuz ungeschlagenen Tayfun Karaca verfügt das Sextett über konstante Pointer, so dass Teil-Beiträge von Taylan Karaca, Patrick Adam und Roberto Fabian in der Regel genügen, um erfolgreiche Abende zu bestreiten. Platz 2 nach sechs Spieltagen sagt viel über die Möglichkeiten dieser Mannschaft aus, die bislang glücklicherweise mit nur wenigen „Nachrückern“ auskam. Die Chancen, sich lange und möglichst bis zum Ende der Spielzeit ganz vorn einzunisten, stehen noch dazu deshalb recht gut, als es in dieser Liga diesmal eine wirkliche Über-Mannschaft nicht gibt. „Uff´n Uffstiech“ ist also weit mehr als ein bloßer Trinkspruch.

Platz zwei belegt ebenfalls unsere dritte Mannschaft mit Wolfram Sauer, Stephan Friedrich, Thorsten Schulz sowie Eduard Lasowski, Gerd Emmel und Klaus Schade in der dritten Kreisklasse. Ein ausgezeichnetes Zwischen-Resultat angesichts des Umstandes, dass die Sportfreunde Sauer und Friedrich wegen der Personalnot bei TVS 2 dort de facto schon zu Stammspielern mutierten und damit wieder einmal illustrieren: Ohne diese Art von Solidar-Prinzip kann es nicht funktionieren.

Dazu passt bestens, dass sich Tayfun Karaca bereit erklärte, das Jugend-Training regelmäßig mit zu übernehmen, nachdem Tobi Cremer wegen seiner Oberräder Liga-Verpflichtungen jüngst hin und wieder passen musste. Als ausgebildeter Erzieher und ausgezeichneter TT-Spieler ist unsere aktuelle Nummer 3 für diese Aufgabe nachgerade prädestiniert. Wie sich das Trio Lasowski, Karaca und Cremer künftig beim TT-Nachwuchs in die Aufgaben teilen will und welches Konzept dabei freitags verfolgt werden soll, muss noch im Detail besprochen werden. Erste gute Gelegenheit dafür bietet  zum Beispiel das nächste Meeting der TT-Abteilung am 9. Dezember, weihnachtliches Fluidum inklusive.

 

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                Tobi Cremer                           Eduard Lasowski                                Tayfun Karaca

Andreas Müller
November 2019,

                      

 

 

 

 

„Es muss ein paar Leute geben, die es machen“


Mit Achim Donner wissen die TT-Spieler ein ganz besonderes Vereins-Mitglied in ihren Reihen

 

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Achim Donner, auch im Training immer emsig, eifrig bei der Sache...

 

Wenn es in der Halle ruhiger wird, sich das Tischtennis-Training dem Ende neigt, die ersten Tische abgebaut und im Vorraum die ersten Pilsener geöffnet werden, dann setzt Achim Donner mitunter ein verschmitztes Lächeln auf. Trinkt ruhig euer Bierchen, mag es bedeuten, ihr habt es auch verdient - und außerdem nützt es dem Verein, sofern ihr die Flaschen nicht von zuhause mitgebracht habt! Ja, der große Durst spült so manchen Euro in die TVS-Kasse, was unser Achim mit Wohlwollen registriert. Schließlich ist er als Finanz-Vorstand des Turnvereins 1875 Seckbach ein ganz besonderes Mitglied in unseren Reihen. „Es muss eben ein paar Leute geben, die es machen. Das ist die Voraussetzung, wenn es im Gesamtverein laufen soll“, erklärt der 55-Jährige sein spezielles, gewissermaßen übergeordnetes ehrenamtliches Engagement.

Seine gefürchteten Vorhand-Topspins, seine verbesserten Aufschlagvarianten und Rückhand-Schnittbälle und sein ureigenster Schachtruf „mosch“, wenn es mal ganz eng oder besonders wichtig ist im Match, illustrieren die Seite des Normalo-Mitgliedes, das vom Spaß an der Bewegung und am gemeinsamen Schwitzen am grünen Tisch mit den kleinen Netzen motiviert wird. Doch wenn Achim vor dem Training montags und freitags zunächst ein halbes Stündchen oder gar ein ganzes in der Geschäftsstelle zubringt und „wohl wieder TVS-Aktien an- oder verkauft“, wie mitunter gewitzelt wird, dann spiegelt sich in diesen Bürostunden die andere, spezielle, besondere Seite des Finanz-Vorstandes. Dann werden Rechnungen beglichen, Honorare an Übungsleiter überwiesen und Mahnungen an Beitrags-Säumlinge geschrieben. „Das ist eher der kleinere Teil der Arbeit“, berichtet Achim Donner. „Der Großteil wird zuhause erledigt, wenn alles vorbereit werden muss.“

Und selbstverständlich wirft der Finanz-Chef auch immer mal einen Blick auf die Kartei der um die 1000er Marke schwankenden Mitglieder. Für Zahlen und Statistiken hat der promovierte Soziologe und qualifizierte Buchhalter seit je ein Faible. Eine der wesentlichen Voraussetzungen dafür, dass er sich nicht gleich taub stellte, als Angelika Runge, seine Vorgängerin „an der Hauptkasse“, immer wieder bei ihm insistierte. „Wir sehen uns ja regelmäßig am Freitag bei der Rückengymnastik. Da hat sie immer und immer wieder gebohrt, bis ich weich geworden bin“, erinnert Achim Donner an die Vorgeschichte, ehe er das Ehrenamt zunächst kommissarisch übernahm und nun schon im insgesamt sechsten Jahr die Finanzen des Gesamtvereins verantwortet. Womit er in der neuen Geschichte des Vereins zusammen mit Oldie Kurt Sämann inzwischen zu den Konstanten in der TVS-Führungsriege gehört. Achims rückengymnastische Übungen erwiesen sich somit als ebenso großer Glücksfall wie sein Wechsel vom TTC Nieder-Eschbach zum TVS im Jahre 2007.

Seit 1976 hatten es ihm in seinem Ur-Verein, dem er noch heute angehört, die kleinen Zelluloidbälle angetan. Mit den Eschbachern wirbelte der Lese- und Literaturfreund schon in der Bezirksklasse, lange bevor eine Mannschaft aus Seckbach dort aufkreuzte. Im sportlichen Wettbewerb und mit der Teilnahme an sommerlichen Trainings-Camps wurden seine Bande und Kontakte zur TVS-Sparte von Saison zu Saison enger. Als seine alte Mannschaft zerfiel und kaum noch jemand ins Training kam, war Achim Donners Wechsel in den Frankfurter Osten eine logische Folge. Noch dazu, als er sein Zuhause seinerzeit längst nach Bornheim verlegt hatte. „Die Turngemeinde war allerdings nie eine Option für mich. Bei den Seckbacher Tischspielern, das wusste ich, gab es nette Leute und ich hatte einen kurzen Weg dahin.“

In der neuen sportlichen Heimat zunächst fast eine Dekade in der ersten Mannschaft aktiv, erlebte er mit dem Aufstieg in die Bezirks-Oberliga und einigen Spielzeiten in der Bezirksliga auf Anhieb besonders glänzende Zeiten mit. Seit rund vier Jahren nun gehört er in der zweiten Mannschaft zu den verlässlichen, konstanten Leistungsträgern und Pointern. Von ihm, gemeinsam mit Ivo Milic im vorderen Paarkreuz, im Zusammenwirken mit den Team-Kollegen Karsten Linke, Andreas Müller, Daniel Trosch und Renato Lugarov wird in der bevorstehenden Saison einmal mehr nicht unwesentlich abhängen, ob die Mission Klassenerhalt in der Kreisliga wiederum gelingt.

Dasselbe Klassenziel gilt für unser Aushängeschild TVS 1 mit Roman Ulbrich, Matthias Heidenwag, Tayfun und Taylan Karaca sowie Roberto Fabian und Patrick Adam in der Bezirksklasse. Nicht zu vergessen unsere dritte Mannschaft, die mit Wolfram Sauer, Stephan Friedrich, Torsten Schulz, Eduard Lasowski und Gerd Emmel in der dritten Kreisklasse aufschlägt. Allen drei Teams toi, toi, toi für die neue Saison 2019/2020 – ganz speziell und persönlich natürlich auch unserem obersten Kassenwart und Finanzvorstand Achim Donner und den von ihm verantworteten Finanzen des Gesamtvereins!

Andreas Müller,
August 2019

 

 

 Chapeau, Hut ab, Bravo!

Von einer Fata Morgana und einem besonderen sportlichen Erlebnis in Schaafheim

Die gleich dreifache Respektbekundung ist nach der abgelaufenen Saison 2018/19für die Tischtennisspieler des TV Seckbach mehr als angezeigt. Allen voran für unsere erste Mannschaft!  Nur hauchzart verfehlte das Sextett, in der Bezirksklasse zunächst nur auf den Klassenerhalt bedacht, den Aufstieg in die Bezirksliga und somit den ganz großen Coup. Im ersten der in Schaafheim nahe Groß-Umstadt ausgetragenen Relegationsspiele unterlagen die Seckbacher Blau-Gelb Groß-Gerau nach epischem Match knappst möglich mit 7:9. Die anschließende 5:9 Niederlage gegen den haushohen Favoriten und Bezirksligisten Makkabi Frankfurt, der unter allen Umständ den Abstieg vermeiden wollte, war desgleichen höchst ehrenvoll und verdiente alle Achtung für den Underdog aus dem Frankfurter Osten.

TT 1

TT 2

Vor allem unsere Spitzenleute Roman Ulbrich, Matthias Heidenwag und Tayfun Karaca stellten gegen bärenstarke Kontrahenten eindrucksvoll unter Beweis, dass diese Drei eine Liga höher mehr als konkurrenzfähig wären. Ebenso streckten sich beim Saison-Finale Patrick Adam – der sich gegen Groß-Gerau leider verletzte -, Taylan Karaca und Roberto Fabian sowie die Ersatzspieler Andreas Müller und Achim Donner nach Kräften. Doch am Ende fehlten vor den Augen der mitgereisten Fans aus der zweiten Mannschaft ein paar wenige Punkte zur ganz großen Überraschung.

Unterlegen, trotzdem stolz und mit erhobenen Häuptern

Trotz allem, geknickt, mit hängenden Köpfen oder gar verärgert verließ niemand der Seckbacher den Ort des Geschehens, sondern im Gegenteil erhobenen Hauptes wie vermutlich wie nur wenige von all den „Verlierer“ aus den anderen Relegationsgruppen, denen an diesem Tag die Tür zur Bezirksliga verwehrt blieb. Was bei den TVS-Akteuren nach mehr als sieben Stunden reiner Spielzeit überwog, war das Erlebnis, nach Ewigkeiten überhaupt  wieder einmal dabei gewesen zu sein bei diesem Event  in Hessens Tischtennis-Bezirk Süd, nicht zuletzt einiges von der Atmosphäre geschnuppert zu haben, die doch um mehrere Nuancen angespannter, emotionaler, hemmender oder motivierender, in jedem Fall aufregender war als in einem normalen Ligaspiel.

An den zehn Nebentischen, in den anderen Boxen, auf der Zuschauertribüne, überall in der Schaafheimer Halle und praktisch den ganzen Tag über war dieses spezielle Relegationsflair zu spüren und zu beobachten.  Ein Erlebnis eben, das dem Seckbach-Sextett in über die reguläre Saison hindurch wie ein Trugbild vorschwebte. Nach grandioser Vorrunde mit Händen zu greifen, nach unerwarteten Rückschlägen fast entschwunden, nach einer entscheidenden Niederlage am vorletzten Spieltag gegen Mitbewerber in Zeilsheim schier unerreichbar, nach einem famosen Sieg über den Klassen-Besten aus Hausen am letzten Spieltag glänzend wieder empor getaucht und signalisierend: Als Zweiter unserer Bezirksklasse-Gruppe dürfen wir an der Relegation teilnehmen! Kein Trugbild, keine Fata Morgana mehr, stattdessen erhoffte Wirklichkeit!

„Unter Wert“ als Gütesiegel

Über dem Glückwunsch an unser sportliches Aushängeschild zur prächtigen Figur in der 9.000-Seelen-Gemeinde Schaafheim sowie über die abgelaufene Spielzeit in Frankfurt hinweg sollen die Leistungen der anderen Teams freilich nicht vergessen werden. Die Platzierung etwa der zweiten Mannschaft, die mit zahlreichen Aushilfen für die Erste oft genug den eigenen Erfolg hintanstellte. Vor diesem Hintergrund ist Rang sechs in der Kreisliga für das Team mit Karsten Linke, Andreas Müller, Daniel Trosch, Achim Donner, Ivo Milic und Renato Lugarov weit mehr als eine souveräne Platzierung im Mittelfeld. Es ist angesichts steter Schwächungen eine Bilanz „unter Wert“, das Ergebnis einer Mannschaft, die – falls über längere Strecken komplett am Tisch – weitaus mehr an Potential mitbringt, als es das Abschluss-Klassement aussagt. Abgerundet wird dies sonnige Fazit von einem dritten Platz der dritten Mannschaft in der zweiten Kreisklasse – nur ein Pünktchen hinter dem Zweiten. Auch dies mit einem Bittertropfen, dieweil Stefan Friedrich und Wolfram Sauer, neben Tobias Cremer, Torsten Schulz, Eduard Lasowski und Gerd Emmel die Stammspieler, gewissermaßen pausenlos in der zweiten Mannschaft aushelfen mussten. Beide fehlten ihrem eigenen Team somit oft genug, ja, mitunter mussten wegen Personalmangels sogar Spiele abgesagt werden, so dass ebenfalls für die Dritte und ihren Saisonabschluss das Gütesiegel „unter Wert“ angemessen scheint.

Gut möglich, dass es noch weitere, treffendere Formeln gibt, die abgelaufene Spielzeit knapp zusammenzufassen. Bei einer großen Abteilungs-Grillparty im Juni oder August in Ivo Milic´ Garten wird reichlich Gelegenheit sein, darüber teamübergreifend zu debattieren und zugleich Weichen in Richtung 2019/20 zu stellen. Bei Rostbratwurst, Steaks und mineralhaltigen Getränken dürfte es teamübergreifend jedenfalls herzlich wenig bis gar nichts zu meckern geben – und stattdessen sehr viel zu begießen …

Andreas Müller
Mai 2019

 

 

Heidenwag´scher Konter

Gelungene TT-Vereinsmeisterschaften im Zeichen der doppelten Zwölf

Der Konter von Matthias Heidenwag folgte prompt. Der Seriensieger der vergangenen Jahre, im Vorjahresfinale bei den Vereinsmeisterschaften ausnahmsweise einmal unterlegen, krönte sich umgehend wieder zum „König der Sparte“. Bei den diesjährigen Meisterschaften revanchierte sich Matthias Heidenwag für den letztjährigen Fauxpas und ging gegen Titelverteidiger Roman Ulbrich diesmal als Sieger vom Tisch. Über Bronze und den Ehrenplatz hinter unseren beiden Top-Spielern durften sich Tayfun Karaca und Daniel Trosch freuen. Nicht genug mit dem Einzel-Sieg, auch bei den Doppeln schlug der neue Champion erfolgreich zu und gewann die Konkurrenz an der Seite von Achim Donner. Die „Vize“-Meisterschaft bei den Doppelpaarungen, die im bewährten Verfahren „Setzen und Losen“ gebildet wurden, errang die Kombination Roman Ulbrich/Torsten Schulz. Platz drei belegte das Duo Ivo Milic/Andreas Müller.

Insgesamt waren sowohl im Einzel zwölf Akteure am Start als auch in der Doppel-Konkurrenz, was nach Adam Ries bei den Duos ein Sechser-Feld bedeutete. Zwar erscheinen diese Zahlen auf den ersten Blick eher so, als ob sie auf der Lesetafel des Optikers im unteren Bereich stehen müssten. Bei näherer Betrachtung aber erscheinen diese beiden Zwölfen recht groß, denn bei momentan lediglich 19 Aktiven in der TT-Sparte stehen sie für fast zwei Drittel und mithin eine Beteiligung von mehr als 60 Prozent. Eine recht ansehnliche Quote also, über die sich jede Wahlkommission sicherlich freuen würde. Bemerkenswert ist diese Resonanz überdies, weil sie beim traditionellen Kürprogramm in der Restauration „Wolffhardt“ anschließend keineswegs an Größe einbüßte, sondern jedermann vor Augen und Ohren führte, dass allen Teilnehmern nicht nur am sportlichen Wettkampf gelegen war, sondern mindestens ebenso sehr am geselligen Miteinander, am gemeinsamen Aus- und Gläserklang. Das Fazit fällt darum leicht: Die TT-Vereinsmeisterschaften 2019 dürfen als rundum gelungen in die Annalen eingehen!

14 Sieger VM TVS 2019

Vereinsmeister Matthias Heidewag (mit Pokal), der Zweitplatzierte Roman Ulbrich (links daneben),
sowie die beiden Dritten Tayfun Karaca (rechts außen) und Daniel Trosch (links außen)


19 Aktive, drei Sextetts und deren wundersame Liga-Leistungen

Ein Werturteil, das vielleicht sogar für die komplette Saison 2018/19 gelten könnte. Nach rund zwei Dritteln im Ligabetrieb sieht es schwer danach aus. Die erste Mannschaft in der starken, ausgeglichenen Frankfurter Gruppe in der Bezirksklasse hat das Abstiegsgespenst längst vertrieben, ja darf sich zu ihrer eigenen Überraschung und der der Konkurrenz sogar Hoffnungen auf Platz zwei und damit eine Teilnahme an der Relegation zum Aufstieg in die Bezirksliga machen. Wenngleich das nur gelingen kann, wenn Niederlagen, wie sie den Rückrundenstart eintrübten, bis zum Saisonende die Ausnahme bleiben und nicht zur Regel werden.

Geradezu blendend stehen ebenfalls die anderen beiden Teams da. Die zweite Mannschaft als Aufsteiger kann in der Kreisliga mit zehn Punkten Abstand zur Gefahrenzone  bei noch sechs ausstehenden Partien das Klassenziel nur noch mathematisch- hypothetisch-theoretisch verfehlen. Und unsere mit Tobias Cremer schwer verstärkte dritte Mannschaft der Routiniers hält in der zweiten Kreisklasse auf einem beachtlichen zweiten Platz mit Relegations-Potential.

Der Pferdefuß bei alldem ist die stets angespannte Personalsituation. Bei insgesamt nur 19 Spielern für drei Sechser-Mannschaften ist die Decke extrem dünn. Vor allem immer dann, wenn es Ersatz-Spieler bedarf und es an solchen Tagen zu aller Überfluss auch noch Parallelspiele gibt. Sage und schreibe mussten Akteure aus der „Dritten“ bislang 18 Mal in der „Zweiten“ aushelfen und die Sportfreunde aus „Zweiten“ gar 21 Mal in der „Ersten“. Fast einem sportlichen Wunder kommt es daher gleich, dass alle drei Seckbacher TT-Sextetts in ihren Ligen derart gut platziert sind. Zu erklären ist dies einesteils mit der ausgeprägten und Team übergreifenden Bereitschaft, in die Bresche zu springen, und andernteils mit sportlicher Qualität – sowohl der Stammkräfte (so sie denn da und einsatzfähig sind) als auch der „Springer“, die nicht nur nominell Lücken schließen, sondern die regelmäßig ihr Schärflein zur Punkt-Ausbeute beitragen.

Andreas Müller
Februar 2019

 

 „Allein durch die Gegend rennen, das wäre mir nichts“

Jubilar Gerd Emmel und seine grandiosen sieben sportlichen Jahrzehnte beim TV Seckbach

Seine Mutter hatte Klein-Gerd zum Turnverein Seckbach mitgenommen, just nachdem die Familie im Jahre 1948 aus Bornheim in den benachbarten Stadtteil umgezogen war. Frau Emmel entschied sich fürs Frauen-Turnen, ihr siebenjähriger Bub turnte fortan bei den Kindern mit. „Sie hat mich einfach angemeldet. Ich habe an diesem Jubiläum gar keinen so großen Anteil“, sagt der längst ausgewachsene Gerd mit seinen noch immer fast 1,90 Meter Länge, nachdem er für sagenhafte sieben Jahrzehnten als Mitglied in seinem Turnverein geehrt wurde. Es klingt allzu bescheiden, ganz so, als ob für dieses seltene Jubiläum allein das Meldedatum verantwortlich wäre. Oder waren es nicht doch all die tausende von Stunden, welche der Jubilar vorzugsweise am Hand- und Tischtennis-Ball zubrachte und bei sportlichen Vergleichen auf ungezählten Sportplätzen und in zig Sportallen in und um Frankfurt sowie im ganzen Rhein-Main-Gebiet. Von klein schon an beschlich ihn dieses untrügliche Gefühl: In einer Mannschaft fühle ich mich wohl, dies ist genau das rechte für mich. „Einzelsportarten sind nichts für mich. Allein durch die Gegend rennen, das wäre mir nichts“, lautet sein Credo, das sich wie der berühmte rote Faden durch Gerd Emmels sportliche Laufbahn zieht.

Groß gewachsen, entdeckte er als Teenager schnell sein Talent und seine Passion fürs Handballspiel. Zunächst noch auf dem Hartplatzauf der heutigen Bezirkssportanlage mit dem „Fußballformat“ von zehn Feldspielern und einem Torwart. Die Hatz übers große, weite Feld kostete an Puste und Kondition reichlich, und das bei jedem Wetter. Gerd Emmel, auf dem Großfeld als Linksaußen auf Torejagd, blieb auch begeistert dabei, als Mitte der 60er Jahre der Trend immer mehr zum wetterunabhängigen Handballspiel unterm Dach ging. Wobei die Seckbacher bei diesem Umbruch ohne regelkonformes Quartier dastanden. Geübt wurde im neuen Format mit sechs Feldspielern und einem Torwart zumeist auf dem Hof vor der Turnhalle – „wenn keine Autos dastanden“ – oder drinnen eher provisorisch. Nur einzelne Spielzüge oder Torwürfe oder taktische Varianten, mehr ließen die beengten Verhältnisse nicht zu. An ein echtes Spiel war in Seckbach nicht zu denken, dieses Vergnügen fand ausschließlich auswärts statt, etwa in geeigneten Hallen in Sachsenhausen, in der Wintersporthalle im früheren Waldstation oder in Bad Homburg.

Altersgerechter Wechsel vom größeren zum kleinen Ball

Noch bis Anfang der 90er Jahre glänzte der baumlange Offensivmann, der die gegnerische Abwehr vom Kreis und ebenso aus der Distanz des Rückraums zu überwinden verstand, die letzten Jahre sogar gemeinsam im selben Team mit Sohnemann Ralph Emmel. Dann zwickte und zwackte es immer mehr, eine Hüft-OP leistete ihr Übriges, so dass Vater Gerd – und im Sog auch der heute 48 Jahre alte Emmel-Junior – sich dem wesentlich kleineren Tischtennisball zuwandten. „Damit hatte ich schon als Kind begonnen und dann entdeckte ich das als schönen Ausgleich wieder. Zumal ich auch einige aus der Sparte kannte und kein Fremder war“, erinnert sich der 77-Jährige, der längst als „Dienstältester“ in der TT-Abteilung gilt. Nicht nur, dass er noch immer in der zweiten Kreisklasse und regelmäßig an den Trainingsabenden den Schläger auspackt und zum Beispiel mit alten Weggefährten wie Werner Schweitzer oder Klaus Schade die Bällchen übers Netz spielt. Regelmäßig tritt er ebenfalls bei den Vereinsmeisterschaften oder beim Kegeln als versierter Protokollant auf. Eine kleine Referenz an seine frühere Tätigkeit als Verwaltungsfachmann bei der Stadt Frankfurt, davon lange Jahre im regionalen Rechenzentrum in Niederrad beschäftigt.

„Die Jahre summieren sich, ohne dass man es merkt. Es war immer okay, weil auch das Persönliche untereinander immer gepasst hat“, resümiert Gerd Emmel seine außergewöhnlich lange und aktive Zeit im selben Sportverein. Wie stark und tief die Wurzeln geraten sind, verrät auch dies. Seine beiden Enkelsöhne sind inzwischen ebenfalls mit Spaß am TT-Tisch unterwegs und zu seinen Alt-Handballern pflegt Urgestein Gerd noch immer allerbeste Kontakte. Vornehmlich beim monatlichen Handballer-Stammtisch in der Restauration „Wolffhardt“. Das sei schon seit jeher das Vereinslokal der Handballer im Stadtteil gewesen. „Der frühere Inhaber Wolffhardt hat ja selber bei uns mitgespielt“, erklärt Gerd Emmel diese geradezu natürlich Beziehung von Sport und Gastronomie und verrät: Noch einige mehr aus seiner Generation und vom Stammtisch sind auf dem Sprung, um sich für 70 Jahre im Turnverein Seckbach hochleben zu lassen.

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Andreas Müller
Dezember 2018

 

Nach zwölf Jahren wieder gemeinsam am Tisch

Wie die Brüder Taylan und Tayfun Karaca bei der TT-Sparte für Höhenflüge sorgen


So gut sind die drei Herren-Teams der TVS-Tischtennis-Sparte seit gefühlten Urzeiten nicht in eine Saison gestartet. Das erste Sextett in der Bezirksklasse nach acht Spieltagen auf Platz zwei, desgleichen auf dem Vize-Rang die dritte Mannschaft in der zweiten Kreisklasse. Und die zweite Mannschaft als Aufsteiger in der Kreisliga mit einem starken sechsten Platz schon fast aller Abstiegssorgen ledig. Eine solch großartige Zwischenbilanz nach der Devise „wo Seckbach ist, ist oben“ kommt angesichts der immer dichter und damit stärker werdenden Frankfurter Ligen einer faustdicken Überraschung gleich. Andererseits hat der ungeahnte sportliche Höhenflug sehr reale Gründe, die wesentlich mit der Buchstabenkombination Karaca zusammenhängen und der Erkenntnis, wie zwei Verstärkungen vehementen Einfluss aufs Gesamtgefüge nehmen können.

Taylan und Tayfun Karaca

links Taylan Karaca, rechts Tayfun Karaca…

Die beiden Brüder, die gewissermaßen wie aus dem Nichts in die Halle am Schießrain fanden, gleichen für die kleine TT-Sparte einem größeren Lottogewinn. Zunächst hatte unter der Saison 2017/18 Tayfun Karaca angeklopft, der Freundin wegen nach Seckbach fand. Seit dem Sommer nun schwingt ebenso dessen sechs Jahre älterer Bruder Taylan bei uns den Schläger. Bis 2006 hatten beide Karacas gemeinsam in der Bezirksliga im südhessischen Groß-Zimmern im selben Team gespielt und als Rechts-Linkshänder-Doppel auch im Duett eine hervorragende Figur abgegeben. Anschließend, vor allem den beruflichen Wegen der Jugend geschuldet, hatten sie ihre Tischtennis-Karriere beendet – um nun nach zwölf Jahren just beim TV Seckbach mit dem kleinen weißen Ball wieder zueinander zu finden.


„Das vergangene halbe Jahr hatte mich mein Bruder ziemlich bearbeitet und mit Erfolg überredet. Immer wieder hatte er mir gesagt, dass in der Abteilung personell Not am Mann ist“, skizziert der 32-jährige Taylan die Vorgeschichte für sein Comeback. Zunächst nur als eine Art „Fata Morgana“ und mithin mehr als theoretische Option am Horizont für die zweite Mannschaft gemeldet, entpuppte er sich seit August in der Praxis als der vielleicht trainingsfleißigste Spieler überhaupt und als ein Akteur, der bislang bei keinem Match fehlte. „Ich war nach so langer Unterbrechung gut eingerostet“, berichtet der gelernte Drucker. „Wenn man so lange ausgesetzt hat, dann sind Ballgefühl und Beweglichkeit verloren gegangen. Damit muss man erst mal klarkommen.“ Muskelkater und selbst ein Muskelfaserriss mit zweiwöchiger Pause waren auf dem Weg zum Neustart für ihn kein Hindernis. Der wiedergewonnene Spaß am geliebten Tischtennis-Sport, die ersten gelungenen Ballwechsel mit Bruder Tayfun nach so langer Zeit, die ansteigende Formkurve von Woche zu Woche sowie die bereits reichlich gewonnenen Liga-Spiele sowohl in der Kreisliga als auch auf Anhieb in der Bezirksklasse wogen schwerer als alle Schmerzen oder Bedenken, ob die Rückkehr gelingen würde.


Einst als Kind hatte Taylan seine Begabung fürs Tischtennis entdeckt und als Elfjähriger das damals vierjährige Brüderchen Tayfun animiert und motiviert. „Das erste Jahr, bevor er sich beim Verein anmeldete, habe ich ihn trainiert“, erinnert sich der Ältere. Anschließend spielten sich beide über Schüler- und Jugend-Mannschaften bis zu den Herren vor. Zumeist gemeinsam, zumeist in derselben Mannschaft. Mit Ausnahme jener Phase, als der heute 26-jährige Sozialpädagoge Tayfun als Schüler in der Hessenliga agierte.


Nicht mehr fern scheint nun der Tag, da Beide in Seckbach an die alten Zeiten anknüpfen und wieder im selben Team aufschlagen. Schon für die im Januar beginnende Rückrunde 2018/19 scheint dieses Szenario in der Bezirkslasse realistisch. „Wobei das für mich persönlich nicht das Wichtigste ist“, gesteht Taylan. „Wichtig ist vor allem, wieder Spaß zu haben, wieder bisschen zu spielen und mich zu bewegen.“ Und an den Trainings-Abenden sehen sich die Karaca-Brüder ja nun sowieso regelmäßig, ganz gleich, für welches TVS-Sextett sie ihre Siege einfahren.

 

Andreas Müller
November 2018

Mit dem Milic-Matchplan zum „doppelten Aufstieg“

Wie die Saison 2017/2018 für die Tischtennis-Sparte überaus erfolgreich verlaufen konnte


Während die Bremser, Verhinderer und Gegner der großen Leistungssport-Reform in Deutschland immer wieder darauf hinweisen, dass sportlicher Erfolg unmöglich zu planen ist, haben die  Tischtennisspieler des TV Seckbach in der abgelaufenen Saison das Gegenteil bewiesen. Genauer:  Die Männer unserer zweiten Mannschaft, die als Aufsteiger mit einer furiosen Rückrunde nun nochmals eine Etage höher kletterten. Teamchef Ivo Milic hatte das Unterfangen „doppelter Aufstieg“ von Beginn an akribisch vorbereitet und durchgeplant. Beinahe schon legendär seine Liste mit den Spielansetzungen und den Namen der Team-Mitglieder.  An welchen Tagen warten die unangenehmen, schwereren  Kontrahenten? Wann geht es gegen die unmittelbaren Mitbewerber um einen der beiden ersten Plätze in der Klasse mit ihren insgesamt elf Mannschaften? Wann gilt es, unbedingt mit der stärksten Formation anzutreten? Wann können wir es gegen die „Kellerkinder“ vielleicht etwas lockerer angehen lassen? All dies galt es für den engagierten Teamchef zu berücksichtigen, um jeweils die optimale Team-Aufstellung herauszufiltern. Im Klartext bedeutete das mitunter die ungemütliche Ansage: Für wichtige Spiele Urlaubs- und Ausgangssperre! Hier unbedingt in Bestbesetzung antreten! Eine Bitte, energisch formuliert – eine Forderung, nett einladend vorgetragen.

Das fruchtete und animierte durchweg so gut, dass im äußerst engen Aufstiegsrennen nicht einmal die letzte Partie entscheiden musste. Weil sich die Konkurrenz zuvor erfreulicherweise gegenseitig Punkte abknöpfte, stand schon einen Spieltag vor Saisonende fest: Ivo Milic und seine Truppe hatte das erhoffte Ziel erreicht. Sie landete auf Platz zwei (wie übrigens bravourös auch unsere Männer von TVS 3 mit Tobia Cremer, Stephan Friedrich, Torsten Schulz sowie unseren „Oldies“ Eduard  Lasowski und Gerd Emmel in der zweiten Kreisklasse) und darf in der Saison 2018/19 in der Kreisliga aufschlagen. Warum der Plan aufging? Weil es in der Rückrunde nur eine einzige Niederlage gegen den übermächtigen Spitzenreiter gab. Weil sich alle ans Personal-Tableau hielten. Weil die „volle Kapelle“ die Regel statt die Ausnahme darstellte. Weil sämtliche Team-Mitglieder am selben Strick zogen. Mit Achim Donner und Daniel Trosch im vorderen Paarkreuz; mit Ivo Milic und Karsten Linke, der in entscheidenden Spielen die Anreise aus seiner bayrischen Wahlheimat Amberg nicht scheute, in der Mitte; im hinteren Paarkreuz mit Renato Lugarov und Tobias Cremer, der seinen „Vorruhestand“ in der dritten Mannschaft regelmäßig zugunsten starker Auftritte in der Zweiten aufgab – so aufgestellt, waren diese Seckbächer in der Ersten Kreisklasse kaum zu bezwingen. Hinzu kamen die Ersatzleute Wolfram Sauer und Stephan Friedrich, die ihr Quantum zum Saisonerfolg ebenso beitrugen wie in der Vorrunde Torsten Schulz und Eduard Lasowski aus der Dritten sowie Andreas Kümmel, der in der Winterpause den Verein wechselte. Ein gelungenes Zusammenspiel von Vielen also, ein großes Personalpuzzle nach einem ausgefeilten Match-Plan des Teamchefs – so muss dem doppelten Aufsteiger auch vor der neuen Saison mit neuen sportlichen Herausforderungen nicht bange sein.

Kleines sportliches Wunder dank einer Verstärkung und neuer Regel

Matthias Heidenwag indes, der Kapitän des ersten Sextetts, konnte von personellen Planungen, wie ihn die Sportkameraden von TVS 2 vorlebten, nur träumen. Pausenlos mussten Stammspieler ersetzt werden, meldeten sich Akteure für Matches wegen Krankheit, Verletzung oder Urlaub, wegen privater und beruflicher Verpflichtungen ab. Sage und schreibe addierten sich diese Ausfälle über die Saison hinweg auf 26 – bei 22 Spielen, die insgesamt zu bestreiten waren. Was nach Adam Ries bedeutete, dass im statistischen Durchschnitt für jedes Match mindestens ein Ersatzmann vonnöten war, manchmal sogar zwei. Unter diesen Umständen glich es fast einem sportlichen Wunder, dass in der starken, ausgeglichenen Frankfurter Staffel praktisch zu keinem Zeitpunkt etwas von ernsthaften Abstiegssorgen zu bemerken war. In der Schlussabrechnung landete die erste Mannschaft in dem Zwölfer-Feld auf einem beachtlichen, ja starken vierten Rang. Was einerseits auf das beachtliche Potential hinweist, andererseits mit einem Glücksfall zu erklären ist. Dieses kleine sportliche Wunder wäre sicher unmöglich gewesen, hätte zum Ende letzten Jahres nicht aus heiterem Himmel ein Neuer in der Halle gestanden, der anschließend in keinem Spiel der Rückrunde fehlte und sich insbesondere  im mittleren Paarkreuz als „Bank von Seckbach“ erwies. Tayfun Karaca verstärkte die erste Mannschaft mit Roman Ulbrich, Matthias Heidenwag, Patrick Adam, Roberto Fabian und Andreas Müller deutlich. Ein wunderbarer Zugang als Gegengewicht zur mitunter erheblichen Personalnot. Überdies waren mit den „Nachrückern“ aus der zweiten Mannschaft starke Aushilfen am Start und – als hätten sie unsere Situation erahnt – verfügten die Funktionäre des Deutschen Tischtennis-Bundes eine neue Regelung für Ersatzspieler. Statt nur dreimal wie all die Jahre zuvor durften diese nun unbeschränkt aushelfen, ohne ihrer eigenen Mannschaft verloren zu gehen. Nur so war es möglich, dass Ivo Milic zehnmal oder Achim Donner neunmal für TVS 1 mitwirken konnten, ohne die Aufstiegspläne von TVS 2 platzen zu lassen  Merke also: Mitunter fällt den oft gescholtenen Sport-Funktionären durchaus Sinniges ein!


 14 Tischtennis  

von links nach rechts: Motivator Tayfun Karaca und die Aufsteiger,
Renato Lugarov, Ivo Milic, Stephan Friedrich sowie Achim Donner                                                                                                                          

Andreas Müller
Juni 2018

 

Roman Ulbrich beendet die Ära Heidenwag


Neue Nummer 1 am TT-Tisch bei den Vereinsmeisterschaften doppelt erfolgreich


Der Graveurmeister an der Hauptwache atmete schwer auf. Nachdem er zuletzt vier Mal in Folge den Namen Matthias Heidenwag als Sieger auf das Namensschildchen unseres adretten Vereinsmeister-Pokals fräste und für die nächsten Jahre auf diesen Schriftzug schon Mengenrabatt anbot, durfte der Graveur diesmal zu einer neuen Buchstabenkombination greifen: Roman Ulbrich hieß der Gewinner der Einzel-Vereinsmeisterschaften anno 2018. Im alljährlichen Kräftemessen unserer Sparte setzte er sich unter insgesamt zwölf Teilnehmern, darunter zwei von den befreundeten Tischtennisspielern aus dem Riederwald, in einem spannenden, hochklassigen Finale just gegen den Seriensieger der jüngeren Vergangenheit durch und vermochte Matthias Heidenwag zu entthronen. Mag sein, dass den neuen Champion dabei ein bisschen zusätzlich motivierte, dass er mit Beginn der Rückrunde unser Sextett in der Bezirksklasse als neue Spitzenspieler in der Meldeliste anführt.           
Ebenfalls in der Zweierkonkurrenz mit einem halben Dutzend teilnehmender Doppel machte unsere neue Nummer 1 eine sehr gute Figur und gab sich keine Blöße. Roman Ulbrich gewann gemeinsam mit Daniel Trosch bei den Duos souverän und ohne Niederlage. Beide verwiesen Roberto Fabian/Ivo Milic und Matthias Heidenwag/Eduard Lasowski auf die Ehrenplätze, der im Einzel Torsten mit Platz drei vorbehalten war. Und natürlich wurden auch diesmal wieder, schon zur schönen Tradition geworden, anschließend in der Restauration „Wolffhardt“  die Wettkämpfe gebührend bis ins Detail ausgewertet und besprochen. Und dabei so mancher Flüssigkeitstank, zuvor vom Schweiß der sportlichen Anstrengung arg strapaziert, wieder aufgeladen.
Eine gute Gelegenheit zudem, um die aktuelle Situation unserer drei Teams im Ligabetrieb zu besprechen. Wobei knapp nach Halbzeit der Rückrunde in der laufenden  Saison 2017/18 auffallend viel Licht auf unsere grünen TT-Tische fällt. Die erste Mannschaft hält in der Bezirksklasse in der äußerst ausgeglichenen Frankfurter Staffel mit zwölf Teams auf einem beachtlichen fünften Platz, hat bei noch ausstehenden fünf Partien allerdings nur fünf Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Ein Sieg müsste also noch her, um das Klassenziel definitiv zu erreichen. Von unserer zweiten Mannshaft  in der ersten Kreisklasse darf bis Ende April sogar noch eine regelrechte Siegessiege erwartet werden. Das Team um Spitzenmann Achim Donner, nun mit Daniel Trosch verstärkt und in wichtigen Matches zudem mit unserem Nachwuchstrainer Tobias Cremer, hat, obwohl Aufsteiger,  ohne Übertreibung das Potential  zum umgehend nochmaligen Höhenflug und den Sprung in die Kreisliga.
Drei Spieltage vor Schluss belegt unser „Zweite“ Rang zwei. Doch insgesamt streiten sich an der Spitze des Feldes fünf Mannschaften, die äußerst dicht beisammen liegen, um zwei direkte Aufstiegsplätze und den dritten, der zumindest  die Teilnahme an der Relegation zulässt. Entsprechend eifrig bemüht und energisch ist Mannschaftsleiter Ivo Milic bei den Personalplanungen, so kurz vor Saisonende keinen Punkt mehr zu verschenken und in den wenigen noch ausstehenden Partien durchweg in möglichst stärkster Formation anzutreten. Gibt es keinen Ausrutscher mehr, dann ist mit dem Zieleinlauf am letzten Spieltag am 27. April, der abermalige „Uffstiech“ drin, wie unser Abteilungsleiter Wolfram Sauer es gern formuliert. Jedenfalls drückt die ganze Abteilung feste alle Daumen!   
Nicht minder gut steht derzeit unsere dritte Mannschaft da. In der dritten Kreisklasse, in der ausschließlich mit Vierer- statt Sechser-Teams gespielt wird, belegt sie den zweiten Platz und vermochte jüngst der TSG Vorwärts als Spitzenreiter die allererste Saisonniederlage beizubringen. Entsprechend sieht es von TVS1 bis TVS 3 durchweg nach einer erfolgreichen, erfreulichen, erbaulichen Gesamt-Saison aus, wenngleich die aktuelle Saison noch bis Ende April läuft. Entsprechend darf die Botschaft fürs Phrasenschwein lauten: Immer schön von Spiel zu Spiel denken und den Bären erst erlegen, wenn das Fell verteilt werden kann. Oder so ähnlich…

2018 1                                                                                                                                                                                                                           

   Andreas Müller 
   März 2018